NG112 & LIS – Zukunftssichere Notrufsysteme für die Schweiz.

modern. präzise. ausfallsicher.

In einer vernetzten Gesellschaft ist ein zuverlässiges Notrufsystem unverzichtbar. Mit NG112 und dem zentralisierten Location Information Service (LIS) wird die Schweiz zum Vorreiter in Sachen technologieneutraler, sicherer Notrufbearbeitung – über alle Sprachregionen, Geräte und Netze hinweg.

Zentrale Herausforderung: Standortgenaue Notrufe in Echtzeit

Komplexe Topografie – klare Antworten
Die Schweiz mit ihren Bergen, Tälern und städtischen Ballungsräumen stellt höchste Anforderungen an eine exakte Notrufortung. NG112 ermöglicht eine sichere, schnelle und präzise Standortermittlung – unabhängig von Gerät oder Netzwerk.

Was ist LIS (Location Information Service)?

Ein zentraler Dienst, der Notrufzentralen (PSAPs) in Sekundenschnelle mit Standort- und Kontextinformationen von Anrufenden versorgt.

Unterstützte Standortdaten:

Netzwerkbasiert:

  • Mobilfunk: Cell ID (CGI), Round Trip Time (RTT)
  • Festnetz: Access-ID (z. B. Kabel/IP)

Gerätebasiert:

  • GPS/AML (Advanced Mobile Location)
  • GPS/eCall (In-Vehicle Systems)

Diese Daten werden gebündelt, standardisiert und auf Anfrage über HELD (HTTP-Enabled Location Delivery) bereitgestellt.

Vernetzte Systemkomponenten – nahtlose Integration

  • LIS Proxy: Vermittelt zwischen LIS und PSAP, unterstützt auch Migrationslösungen mit Fremdsystemen.
  • Voice Service Provider (VSPs): Übermitteln exakte Standortdaten (Mobil & VoIP).
  • Mobilfunknetzbetreiber (MNOs): AML-Übertragung per SMS – SIP-Migration in Vorbereitung.
  • Endgeräte: Smartphones senden AML automatisch bei Notrufauslösung.
  • Fahrzeugsysteme: eCall/NGeCall senden MSD-Daten automatisch oder manuell.

Technische Voraussetzungen für den Umstieg

  • Migration zu SIP für alle PSAPs und VSPs erforderlich
  • Session Border Controller (SBC) an jedem PSAP
  • Aktuell noch keine Standardisierung für AML@SIP und Location-by-Reference (LbyR).

Vorteile eines zentralisierten LIS

Geschwindigkeit und Genauigkeit

  • Standortermittlung (netzwerk- und gerätebasiert) innerhalb von 3–5 Sekunden nach Notrufeingang.
  • Besonders relevant in schwierigem Gelände (z. B. Wälder, Berge, Altstädte).

Einheitliche Schnittstelle & einfache Integration

  • Eine Schnittstelle für alle Technologien (AML, eCall, SIP).

  • Keine Infrastrukturänderungen in PSAPs notwendig – eCall und zukünftige NGeCall-Anrufe werden wie reguläre Notrufe behandelt.

Höchste Sicherheits-
Standards

  • Zentralisierung macht das System manipulationssicher.

  • Technologie-/anbieter
    unabhängig, konform
    mit ETSI TS 103 479
    und ETSI ES 203 178.

Interoperabilität & Zukunftssicher

Einheitliches System für alle Kantone und Regionen.

Bereits vorbereitet für zukünftige Erweiterungen (z. B. Barrierefreiheit, native Mehrsprachigkeit).

Standortermittlung des Notrufenden

Ortungsbasierte Notrufweiterleitung

Netzwerkbasierte Standortdaten werden durch VSPs an den zentralen LIS übermittelt:

  • Mobilfunk-/zellbasiert oder
  • Festnetz-/VoIP-basiert
  • Besonders geschätzt wegen Manipulationssicherheit, Geräteunabhängigkeit und Technologie-Neutralität.

Standortermittlung durch VSPs und Übermittlung an LIS

Jeder VSP ist für die Standortbestimmung des Notrufenden verantwortlich – bei Mobil- und VoIP-Anrufen. Die Übergabe erfolgt über die „ic“-Schnittstelle.

Intersys bietet einen „Location Finder“ als Alternative zu GPS (wie bei AML oder eCall):

  • Nutzt gebäudezugangsbezogene Standortdaten bei Festnetz-/VoIP-Notrufen.
  • Verwendet Mobilfunkzellen-Daten und vorkalkulierte 3D-Topologiedaten (basierend auf Antennenstrahlungs-Prognosen), um Ellipsen mit subzellengenauer Standortbestimmung zu erzeugen.

Festnetz

Mobilfunk:

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