Viele Unternehmen investieren heute in KI, Copiloten oder Automatisierung. Doch wer direkt mit KI startet, beschleunigt häufig nur bestehende Ineffizienzen. In einer Webinarreihe der Schweizerischen Management Gesellschaft (SMG) haben Fabian Rezzonico und Frank Wettstein von Intersys gemeinsam mit Michel Di Vito von Olai Interactive deshalb vier aufeinander aufbauende Themen beleuchtet.
1. Prozesse und Daten – das Fundament
Digitalisierung beginnt nicht bei der Software. Ohne eindeutige Datenquelle, klare Verantwortlichkeiten und stabile Prozesse entstehen doppelte Daten, Medienbrüche, manuelle Nacharbeit und widersprüchliche Auswertungen. Die wichtigste Botschaft: Datenqualität → Prozesse → Automation → KI.
2. Integration und Datenfluss – Systeme müssen zusammenarbeiten
Viele Unternehmen besitzen bereits gute Systeme. Das eigentliche Problem liegt häufig zwischen diesen Systemen. Jeder Medienbruch bedeutet zusätzliche Arbeit, eine höhere Fehlerquote, langsamere Abläufe und geringere Skalierbarkeit. Integration ist deshalb keine technische Spielerei, sondern eine Managemententscheidung mit direktem Einfluss auf Produktivität und Wirtschaftlichkeit.
3. Automation und KI – jetzt entsteht echter Mehrwert
Erst wenn Daten sauber fliessen, kann KI produktiv eingesetzt werden. Die Praxisbeispiele aus dem Webinar:
- Intelligente Dokumentenerkennung
- Predictive Maintenance
- KI-gestützte Personalplanung
- Wissensmanagement mit RAG
- KI-Agenten als Unterstützung im Unternehmensalltag
Die wichtigste Erkenntnis: KI ist kein Startpunkt. KI ist ein Verstärker einer bereits funktionierenden Organisation.
4. Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung – Digitalisierung endet nie
Viele Projekte feiern den Go-live. Dabei beginnt der eigentliche wirtschaftliche Erfolg erst danach: mit Monitoring, Security, Support, Wartung und kontinuierlicher Weiterentwicklung. Digitalisierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein laufender Verbesserungsprozess.
Die Reihenfolge entscheidet
Viele sprechen über KI, wenige über die Voraussetzungen. Dabei entscheidet genau diese Reihenfolge über den Erfolg: saubere Daten, stabile Prozesse, integrierte Systeme, intelligente Automatisierung, produktive KI und nachhaltige Skalierung. Wer diese Basis schafft, kann neue Technologien nicht nur schneller einführen, sondern langfristig wirtschaftlich nutzen.
Herzlichen Dank an die SMG und an alle Teilnehmenden für die spannenden Diskussionen. Präsentationen und Checklisten stehen den Mitgliedern der SMG online zur Verfügung.









